Basics für das perfekte Budget

Bauplan

So kompliziert sollte dein Budget nicht sein.

Ein Budget ist ein grundlegendes Element der Finanzplanung. Es hat riesige Vorteile, benötigt oftmals aber auch viel Aufwand um individuell erstellt zu werden. Dann hilft dir dein Budget aber sehr gut dein Geld zu managen und deine Ziele fokussiert anzugehen.

Warum manche kein Budget wollen

Meistens hört man Ausreden, dass jemand kein Budget braucht oder dass es nicht funktioniert. Von manchen hört man, dass Budgets furchtbar sind und man dadurch das Leben verpasst. Manche Leute wollte einfach keinen Plan haben der Ihnen sagt, wie viel Geld sie ausgeben oder nicht. Sie empfinden, dass sie hart für ihr Geld arbeiten und es dann auch ausgeben können, wie sie es wollen.

Ein Punkt der dich davon abhalten kann ein Budget einzusetzen ist das fehlende Wissen über die Vorteile eines Budgets. Ich bin ehrlich, wer noch nie nach einem Budget gelebt hat wird denken, nie eines zu benötigen. Viele meinen, ein Budget ist für Leute die Pleite sind und nicht wissen wie sie über die Runden kommen sollen. Ich persönlich dachte, dass mir ein nicht Budget helfen kann, bis ich es getestet habe. Und seitdem geht es finanziell wieder aufwärts — die Ersparnisse wachsen, aber trotzdem muss ich nicht auf Spaß verzichten.

Die Grundlagen

Um ein Budget zu erstellen musst du erstmal die Gründe wissen die dich davon abhalten. Das hört sich offensichtlich an, aber wenn du nicht weißt gegen welchen inneren Schweinehund zu kämpfst, wirst du ihn nicht besiegen können. Beliebte Gründe sind:

  • Es ist zu kompliziert.
  • Dafür habe ich keine Zeit.
  • Ein Budget spiegelt nicht die Realität wieder.
  • Ich will keine neue Routine.
  • Ich will mein Geld ausgeben wie es mir gefällt.
  • YOLO!

Das sind nur ein paar der Widerstände, die dich von deinem Budget abhalten werden. Die Probleme mit einem Budget beginnen immer damit, keines haben zu wollen.

Wenn du weißt was dich abhält kannst du das Problem loszuwerden. Der Schlüssel dazu ist, deine Einstellung zu ändern. Du musst verstehen, wie viel dir ein Budget helfen kann deine Finanzen zu verbessern. Wenn du das einmal verstanden hast wirst du auch mehr Gründe für ein Budget finden.

Wie funktioniert ein Budget

Ein Budget ist ein finanzieller Rahmen, in dem du dich bewegen darfst. Es enthält mehrere Kategorien wie zum Beispiel Lebensmittel oder Unterhaltung. Jeder Kategorie ist ein Geldbetrag zugeteilt, welcher nicht überschritten werden soll. Falls doch ein Betrag überschritten wird, muss das Geld aus einer anderen Kategorie dafür hergenommen werden.

Ein Beispiel. In einem Budget sind für Lebensmittel 250 Euro eingeplant, für Unterhaltung 50 Euro. Leider wird im aktuellen Monat das Lebensmittelbudget um 30 Euro überschritten. Das bedeutet, dass für die Unterhaltung nur noch 20 Euro zur Verfügung stehen.

Der Vorteil ist, schon am Monatsanfang zu wissen, wie viel du in etwa ausgeben wirst. Das verschafft dir eine gewisse Planungssicherheit. Schließlich ist schon früh klar, wie viel Geld zum Ansparen übrig bleibt. Ein weiterer Vorteil ist der leichte Druck dem man sich selber verordnet. Man überlegt erst, ob man sich einen Spontankauf leisten kann und wird gleichzeitig an seine finanziellen Ziele erinnert.

Anfangen

Auf geht’s! Wenn du deine monatlichen Ausgaben für bestimmte Kategorien weißt, dann nimm diesen Wert. Musst du sie schätzen, dann setze die Kosten lieber zu hoch an als zu niedrig. Kommt am Ende heraus, dass du nur noch 40 Euro im Monat für Unterhaltung übrig hast, dann ist das halt so. Das ist ein Warnschuss durch den du herausfinden musst, wie du den nächsten Monat damit auskommst.

Also, wie viel Geld gibst du in folgenden Kategorien pro Monat aus:

  • Lebensmittel
  • Körperpflege
  • Haushaltswaren
  • Kleidung
  • Reisekosten
  • Unterhaltung
  • Sonstiges

Das sind meine grundlegenden Kategorien. Du kannst sie gerne um einige Punkte erweitern, für mich sind es genug. Beginne die wichtigen Punkte wie Lebensmittel als erstes zu ermitteln, bevor du zu den nicht lebenswichtigen Punkten kommst. Von deinem Einkommen ziehst du nun die regelmäßigen Ausgaben ab. Damit bekommst du deinen Budgetrahmen. Zähle alle oben aufgelisteten Punkte zusammen. Ist der Betrag höher als dein Budgetrahmen, dann muss du bei deinen Ausgaben den Rotstift ansetzen.

Vier Tipps für ein besseres Budget

Die großen und kleinen Dinge spielen eine Rolle. Egal ob du tausende Euro sparst wenn du ein Haus kaufst oder nur ein paar Euro, indem du dein Mittagessen von Zuhause mitnimmst — es macht einen Unterschied. Glaube nicht, dass es nur Mittagessen für zehn Euro ist und es deinen Finanzen nicht weh tut. Diese Ausgaben summieren sich zusammen und spielen dann eine große Rolle. Es gibt immer Möglichkeiten um Geld zu sparen.

Sei realistisch. Es ist toll große Ziele zu haben auf die du hinarbeitest, aber der Weg dorthin sollte realistisch sein. Auch wenn es ein super Ziel ist, den Hauskredit in der Hälfte der Zeit abzubezahlen, solltest du dich fragen, ob es tatsächlich möglich ist. Mache deine Ziele SMART, dann weißt du wie dein Fortschritt ist und wann du das Ziel erreicht hast. Fahre genügend kleine Siege ein, um motiviert zu bleiben. Wenn du dir zu viele unerreichbare Ziele steckst wirst du dein Budget nicht umsetzen wollen.

Kümmere dich nicht um Perfektion. Am Anfang wirst du Fehler machen. Aber du wirst aus ihnen lernen. Ein Budget dreht sich nicht um Perfektion. Es geht darum eine Zone zu finden in der du dich an dein Budget hältst, Geld sparst und dich wohl fühlst. Gib nicht alles auf was dir Spaß macht. Justiere dein Budget immer wieder nach und gib nicht auf.

Halte es einfach. Du benötigst keinen komplizierten achtseitigen Plan für dein Budget. Wenn du Dinge einfach hältst wirst du dich an sie erinnern und befolgen. Ein einfaches aber gut strukturiertes Budget ist alles was du brauchst. Je einfacher du deine Ausgaben erfassen kannst umso länger wirst du dich an dein Budget halten.

Denk daran, ein gutes Budget beginnt bei deiner Einstellung

Am Anfang habe ich aufgezählt, welche vermeintlichen Gründe gegen ein Budget sprechen können. Diese musst du überwinden um erfolgreich zu sein. Ich habe nicht behauptet dass es einfach ist. Aber du kannst es schaffen, wenn du die richtige Einstellung entwickelst. Deine gesteckten Ziele werden es dir danken.

Hast du schon einmal versucht ein Budget zu erstellen? Wie war das Ergebnis? Lass es uns wissen.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe schon vor Beginn meines Studiums (2003) genau kalkuliert, was ich brauche, wie teuer die Wohnung sein darf, was das tägliche Fresschen kostet etc. Die Tabellen liegen immer noch auf meiner Festplatte herum… Es ist schon komisch, elf Jahre später diese zu begutachten. Aber: Es hat geholfen, wenngleich ich nicht ein Haushaltsbuch führte, sondern einfach nur meine Einnahmen und Ausgaben abschätzte. Ich habe auch ganz bewusst mein bescheidenes Vermögen (3500 € aus der Lebensversicherung der Mutter, die früh verstarb, und nochmal 3500 € Wehrsold (inkl. Entlassungsgeld) aus meiner Wehrpflichtzeit) eingesetzt.

    Ich bin ohne Bafög durch das Studium gekommen. Ich habe auch schon während des Studiums als Hiwi gearbeitet. Da lernt man eine Menge und bekommt auch noch Knete extra. Am Ende des Studiums (2008) hatte ich keine Schulden. Andere Leute schleppen noch drei Jahre nach Berufseintritt Bafög-Schulden mit sich herum.

    Politisch war und bin ich liberal, habe immer FDP gewählt (:-)) und habe infolgedessen auch keine Animositäten gegen Aktien. Warum auch? Seit 2009 spare ich regelmäßig in Aktien und habe ein Aktiendepot von gut 100000 € zusammengetragen.

    Seit 2,5 Jahren führe ich sogar ein Haushaltsbuch und weiß genau, wo mein Geld hingeht. Ich schaffe es irgendwie in jedem Monat mit dem Ausgaben (besser gesagt: Konsumausgaben, denn Kosten für Aktienkäufe zähle ich nicht dazu) unterhalb den Einnahmen zu sein. Die Aktien verschaffen mir auch ein nettes Zusatzeinkommen durch die Dividenden, mittlerweile über 180 € netto jeden Monat.

    Ich kann es jedem nur empfehlen, sich um seine Finanzen zu kümmern, zu rechnen. Das ist nicht sexy, aber zur Schuldnerberatung zu gehen, ist auch nicht gerade eine Empfehlung an das andere Geschlecht. :-)

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