Wieso es besser ist, Gewohnheiten langsam aufzubauen

Eine Frau joggt im Park

Dank an Ed Yourdon für das Foto.

Gewohnheiten zu ändern ist schwierig. Bei Diäten beginnt der Vorsatz immer so: „Ab Montag beginne ich 10 Kilo abzunehmen“. Das soll zum Beispiel durch den Verzicht auf Kohlenhydrate und mehr Sport passieren. An besagtem Montag beginnt also die Diät, und genau an diesem Tag — spätestens jedoch in der ersten Woche — steigt die Lust auf Nudeln oder Brot ins Unermessliche. Also wird früher oder später gesündigt. „Nur dieses eine Mal!“ Man merkt, dass dieser Fastenbruch keine erkennbaren negativen Folgen hat und deshalb stehen fortan immer wieder Kohlenhydrate auf dem Speiseplan. Bis man sich irgendwann dabei ertappt, die Diät nicht mehr zu verfolgen. Wir alles kennen diese Situation, oder?

Wir sind das was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

Probleme richtig angehen

Was war das Problem? Es war nicht das einmalige Fastenbrechen. Denn diese Reaktion ist absolut natürlich. Vor allem war es die Tatsache, auf einen Schlag den kompletten Speiseplan zu ändern. Es ist außerdem fatal, eine Diät erst „in ein paar Tagen“ zu beginnen. Dadurch genießt man die „letzten“ Nudeln, frisst sich voll und trauert ihnen nach.

Besser ist es, langsam zu starten und immer wieder die „bösen“ Kohlenhydrate vom Speiseplan zu streichen. Also zum Frühstück zwar ein Müsli oder Brot, dafür zum Mittagessen keine Nudeln. Nach ein paar Tagen hat man sich daran gewöhnt und kann einen Schritt weiter gehen.

Gewohnheiten sofort anpassen

Außerdem: wieso bis Montag warten? Was hält dich davon ab sofort zu beginnen? Heute ist ein ebenso guter Tag wie Montag. Heute hast du noch am meisten Schwung und die nötige Euphorie, dein Ziel zu erreichen. Montag ist das Wochenende zu Ende. Vielleicht regnet es. Was für ein blöder Tag, um eine Diät zu starten. Vielleicht beginnst du dann doch erst Dienstag? Oder Mittwoch? Oder gar nicht?

Vor ein paar Jahren war mein Fleischkonsum sehr hoch, Gemüse jedoch recht spärlich auf dem Teller zu finden. Außerdem waren es die „wilden Jahre“, weshalb mein Bierkonsum auch nicht bei nur einem Bier pro Woche lag. Dank eines sehr guten Stoffwechsels und genügend Sport hatte ich zwar kein Gewichtsproblem, trotzdem wollte ich weniger Fleisch konsumieren. Deshalb gab es zwar manchmal immer noch Schnitzel, es war aber viel mehr Gemüse im Haus. Nach und nach hatte ich mich ohne Qual so sehr vom Fleisch entwöhnt, dass ich schon fast als Vegetarier durchgehen konnte.

Wie so oft, funktioniert der rasante Wandel sehr schwer. Er ist entweder durch viel Geld (Seminare, Medikamente) oder Leiden umsetzbar. Außerdem ist der nachhaltige Erfolg dadurch nicht gewährleistet. Nimm dir lieber etwas mehr Zeit, baue langsam Gewohnheiten auf und beobachte, wie es von Woche zu Woche besser wird.

Was bedeutet das in Zusammenhang mit meinen Finanzen? Erstens, das heute der beste Tag ist, um mit den ersten Schritten zu beginnen. Außerdem ist die Beobachtung der eigenen Konsumgewohnheiten ein kleiner Schritt, der ohne große Umstellung umgesetzt werden kann. Das hilft dir in einen Prozess zu finden, der auf lange Sicht deine Finanzen auf Vordermann bringt und dein Ziel näher rücken lässt.

Geduld haben

Du solltest aber auch nicht vergessen, dass dieser Blog mit gutem Grund Langsam reich werden heißt. Für die schnelle Lösung, die wahrscheinlich nicht von Erfolg gekrönt ist, musst du andere Quellen nutzen. Manchmal sind kleine Schritte zum Ziel besser also große Sprünge, die dann im Nichts enden.

Mein Projekt „weniger Fleisch“ ist übrigens immer noch nicht beendet. Jedes Jahr faste ich zwischen Fasching und Ostern, was kein Fleisch, keinen Alkohol und keine Süßigkeiten bedeutet. Sonntage sind davon ausgenommen. Und durch diesen krassen Schnitt wird es mir immer wieder klar, dass die langsame Gewöhnung ein besseres Mittel ist. Denn in diesen 40 Tagen gäbe es nichts schöneres als ein leckeres Schnitzel.

Welche Erfahrungen hast du mit Gewohnheiten gemacht? Was funktioniert, was nicht? Teile uns deine Meinung mit.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.