Mit einer Bilanz den Status deiner Ziele verfolgen

Buch eines Buchhalters

Dank an Alexander Baxevanis für das Bild.

Bisher wurde hier viel geschrieben über finanzielle Ziele, den möglichen Weg dahin und das Sparen als wichtiges Instrument dazu. Aber wie stellst du fest, wo du bei der Erreichung deiner Ziele stehst? Wie ist der Status? Ganz einfach: wir basteln uns eine Bilanz, in der wir alle Guthaben und Schulden gegenüberstellen. Denn nur wenn Fortschritte verfolgt werden können, macht die ganze Arbeit Spaß.

Zugegeben, ich bin ein Fan von Zahlen und Tabellen. Deshalb gibt es bei mir keine Planung ohne eine Excel-Tabelle. Vielleicht teilen viele meine Vorliebe nicht, aber wenn ich am Monatsende meine Erfolge in eine Tabelle eintragen kann und dort einen Fortschritt sehe, dann bin ich glücklich.

Bestimmt hast du dir schon SMARTe Ziele gesetzt, an deren Umsetzung du bereits arbeitest. Das Frage ist nur noch, wie du den Fortschritt dokumentieren kannst. Eine einfache Möglichkeit ist die Nutzung einer persönlichen Bilanz. Bilanzen stammen eigentlich aus dem Unternehmensumfeld. Dieses Konzept möchte ich auf die persönliche Ebene heben. Eine Vorlage kannst du dir gerne herunterladen und verwenden.

Die Aktiva

Der Aufbau meiner Bilanz ist recht einfach. Auf der linken Seite stehen deine Vermögenswerte, aufgeteilt in langfristiges und kurzfristiges Kapital. Der Unterschied ist folgender: an langfristiges Kapital kommst du nicht so einfach ran. Dazu zählen unter anderem Immobilien, Betriebsrenten oder festverzinsliche Wertpapiere. Im Grunde kannst du hier alle Vermögensgegenstände aufzählen, welche du theoretisch zu Geld machen kannst, aber eine gewisse Zeit auf das Geld warten musst. Das kurzfristige Kapital kannst du hingegen schnell, meistens innerhalb von ein paar Tagen, anzapfen. Dazu gehören Guthaben auf Giro- oder Tagesgeldkonten, Aktien, Fonds, usw.

Werte, die ich einfach bestimmen kann, aktualisiere ich jeden Monat. Das sind zum Beispiel die Guthaben von Tagesgelkonten, Aktienfonds und Sparkonten. Andere Werte sind nicht so einfach zu bestimmen. So bekomme ich einmal im Jahr den Statusbericht einer Lebensversicherung, deren aktuellen Rückkaufswert ich eintrage. Falls ich diese Versicherung vor ihrem Ablauf kündigen würde, bekäme ich diesen Betrag ausbezahlt. Ein weiterer schwieriger Wert ist die Anpassung von Immobilienwerten. Hierzu müssen Vergleichspreise ermittelt werden, was oftmals nicht sehr exakt ist. Du kannst also entweder den Wert deiner Immobilie immer gleich lassen, oder dir die Mühe machen und den Wert jährlich anpassen. Dieser Wert kann mehr werden, wenn die Preise steigen, aber natürlich auch weniger.

Die Passiva

Auf der rechten Seite stehen alle Schulden, die du bisher angehäuft hast. Hoffentlich sind das nicht viele, im besten Fall gar keine. Andernfalls werden hier Immobilienkredite oder Schulden auf deiner Kreditkarte aufgeführt. Jeden Monat passe ich meine Schulden in dieser Tabelle an, da sie durch Tilgung und eventuelle Sonderzahlungen kleiner werden. Das verbessert mein Ergebnis. Was ich nicht eintrage ist die Bilanz meiner Kreditkarte. Diese wird jeden Monat komplett abbezahlt, weshalb ich hier keine Rückstände aufbaue. Ist ein Kredit abbazahlt, verschwindet er von der Liste.

Ergebnis

Jetzt kommt der spannende Teil: wir ermitteln das Ergebnis. Im Punkt „Kapital“ werden Aktiva und Passiva gegenübergestellt. Ist das Ergebnis positiv, hast du ein Vermögen aufgebaut. Ob es klein ist oder groß, kommt auf den Wert und deine Interpretation an. Ist der Wert jedoch negativ hast du insgesamt mehr Schulden als Kapital. Dein erster Schritt muss also sein, deine Schulden zu verkleinern – im besten Falle loszuwerden.

An jedem 1. Sonntag des Monats aktualisiere ich die meisten Werte und ermittle damit, welchen Fortschritt ich im vergangenen Monat gemacht habe. Manche Einzelpunkte wie Aktien stehen einen Monat im Minus, den anderen im Plus. Mit sowas muss man leben können, wenn man in Aktien investiert. Für mich wichtig ist aber vor allem der Fortschritt unter Kapital. Hier ist mein Ziel, jeden Monat ein Plus zu generieren. In den letzten Monaten hat das funktioniert – hoffentlich folgen noch viele weitere Monate.

Jetzt die Frage an dich: verstehst du die Bilanztabelle? Nutzt du vielleicht sogar schon ein ähnliches System? Oder ist das deiner Meinung nach Zeitverschwendung?

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