Mit einfachster Mathematik in den vorzeitigen Ruhestand

Ein Geldbündel aus Dollarscheinen

Dank an 401(K) 2012 für das Bild. (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Finanzen sind oftmals kompliziert. Meistens werden Sachverhalte durch viele Messgrößen und Formeln kompliziert und unübersichtlich. Heute sehen wir uns etwas ganz einfaches an: die Sparquote. Wie sie uns hilft, in die Gewässer der finanziellen Freiheit zu segeln, erfährst du im ersten Teil dieses Artikels.

Als erstes eine kurze Definition: als Sparquote bezeichnet man den Anteil der Ersparnisse am Einkommen. Es ist also der Prozentsatz, den du jeden Monat von deinem Einkommen sparst.

Was von deinem Gehalt übrig bleibt

Wenn dein Netto-Gehalt (der Betrag, der auf deinem Konto landet) 2.000 Euro beträgt und du jeden Monat 100 Euro sparst, beträgt deine Sparquote 5 Prozent. So weit, so einfach. Bei einem niedrigen Gehalt wirst du zwangsläufig eine geringe Sparquote haben. Warum ist das so? Der Großteil des Gehalts geht für Wohnung und Essen drauf. Dadurch bleibt nicht mehr viel zum sparen übrig. Deshalb sollte, je höher dein Gehalt wird, die Sparquote ebenfalls ansteigen.

Aber auch das ist nicht immer so. Es gibt Menschen, die verdienen über 100.000 Euro im Jahr, haben aber eine Sparquote von unter 10 Prozent. Das liegt unter anderem daran, dass sie ihren Lebensstil den anderen Reichen angepasst haben. Um dazu zu gehören braucht man ein großes Auto, ein riesiges Haus, Schmuck, … Die Nachteile des goldenen Käfigs. Ich nenne das die Lifestyle-Falle.

Der Sparquote ist dein Gehalt egal

Und das ist auch schon der größte Punkt, der für die Sparquote als Messgröße spricht. Sie unterscheidet nicht zwischen hohem oder niedrigem Einkommen. Ist die Quote niedrig, wird einfach zu wenig Geld gespart um schnell finanziell frei zu sein. Die Zeit, um die finanzielle Freiheit zu erreichen, hängt von der Sparquote ab. Und um es noch einfacher zu machen, die Sparquote basiert nur auf diesen zwei Dingen:

  • wie viel Geld du nach Hause bringst
  • mit wie viel Geld du auskommst

Während diese beiden Beträge recht einfach herauszufinden sind ist die Beziehung der beiden zueinander sehr überraschend. Wenn du 100 Prozent deines Einkommens oder sogar mehr ausgibst wirst du niemals auf den vorzeitigen Ruhestand vorbereitet sein. Es sei denn, jemand anderes spart für dich. Wenn du 0 Prozent deines Einkommens ausgibst, kannst du jetzt sofort in Ruhestand gehen. Irgendwie wird es schon möglich sein, kostenlos zu leben — wenn auch sehr unbequem und hungrig.

Von der Arbeit deines Geldes leben können

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Wenn du erst mal Geld sparst und anlegst wird dieses Geld für dich „arbeiten“ und Zinsen verdienen. Diese Zinsen werden ebenfalls wieder Zinsen verdienen (Zinseszins) und dein Erspartes wird immer größer. Wenn die Zinsen einmal ausreichen um deinen Lebensunterhalt zu finanzieren, bist du reif für den vorzeitigen Ruhestand.

Wenn du einen ordentlichen Teil deines Einkommens sparst, sagen wir 50 Prozent, und von den anderen 50 Prozent deinen Lebensunterhalt bestreitest, dann wirst du in nur ein paar Jahren finanziell frei sein. In 17 Jahren, um genau zu sein. Die Tabelle unten gibt dir einen Richtwert, wie lange du arbeiten musst, damit dich die Zinsen deines Sparguthabens über Wasser halten können.

Einzig eine Annahme muss ich treffen: das investierte Geld wird einen jährlichen Ertrag von 5 Prozent nach Inflation während der Sparphase abwerfen. Das ist denke ich realistisch bei einem doch recht langen Anlagezeitraum.

Und hier ist, wie viele Jahr du arbeiten musst für eine breite Spanne an Sparquoten.

Sparquote (in Prozent) Arbeitsjahre bis zum Ruhestand
5 60
10 59
15 49
20 42
25 36
30 31
35 25
40 24
45 20
50 18
55 16
60 13,5
65 11
70 9,5
75 8
80 6
85 4,5
90 3
95 1,5

Diese Tabelle hat mich selbst überrascht. Eine Mittelklasse-Familie, die 50.000 Euro Netto im Jahr verdient und eine Sparquote von 10 Prozent hat (5.000 Euro), ist besser als der deutsche Durchschnitt (9,6 Prozent Sparquote). Besser als der Durchschnitt ist aber immer noch ziemlich schlecht, da sie auf dem Weg sind, 59 Jahre arbeiten zu müssen.

Würden sie auf ein paar „Luxusartikel“ wie Kabelfernsehen, Lotto und den täglichen Kaffee zum Mitnehmen verzichten, könnten sie die Sparquote auf 15 Prozent heben und müssten damit 10 Jahre weniger arbeiten. Sind Fernsehen und Kaffee es wirklich wert, 10 Jahre länger zu arbeiten?

Ich will in spätestens 20 Jahren finanziell frei sein. Deshalb lege ich auch viel daran, meine Sparquote auf 50 Prozent zu heben.  Im Moment stehe ich bei 42 Prozent, die Tendenz ist aber steigend. Mal sehen, wie weit ich am Jahresende gekommen bin.

Am Mittwoch kommt der zweite Teil dieses Artikels. Darin werden wir uns ansehen, wie lange wir von unserem angesparten Kapital leben können und welchen weiteren Vorteil es hat, die Sparquote so groß wie möglich zu machen.

Sag mir in den Kommentaren schon mal, was du von meinen Gedanken zur Sparquote hältst. Bist du besser als der deutsche Durchschnitt?

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