Where’s the money, honey?

Kassensturz

Dank an Marya für das Bild.

Am Ende des Geldes ist immer noch so viel Monat übrig. Wir kennen es alle: großer Jubel im Büro, wenn das Gehalt überwiesen wurde. Einkäufe werden geplant und von Urlauben geträumt. Bis Mitte des Monats eine kleine Anspannung zu merken ist. Das Geld geht dem Ende zu. Aber warum ist das so? Und wohin verschwindet das ganze Geld? Das sollten wir herausfinden. Und jetzt ist der beste Zeitpunkt dafür.

Dafür benötigt wird ein Tabellenkalkulationsprogramm (zum Beispiel Microsoft Excel, OpenOffice, Google Spreadsheet) und etwas Zeit. Willst du auf eine fertige Liste zurückgreifen, kannst du gerne meine Vorlage herunterladen und nutzen. Nenn‘ diese Liste wie du willst. Kostenliste, Ausgaben, Haushaltsbuch, alles ist möglich, so lange du sie später wiederfindest.

Vorab eine kleine Empfehlung. Was wir hier machen ist ein erster Schnappschuss deiner monatlichen Ausgaben. Um ein vollständiges Bild zu erhalten, solltest du deine gesamten Ausgaben für mindestens drei Monate erfassen. Ja, spannend geht anders. Ich kann das Gähnen schon hören.

Der Anfang

Beginnen solltest du mit deinen Einnahmen. Liste deine gesamten Geldeingänge (Gehalt, Rente, Unterhaltszahlung, Arbeitslosengeld) untereinander auf, welche innerhalb eines Monats an dich überwiesen werden. Bei den meisten von uns wird diese Auflistung mit einem Monatsgehalt schnell erledigt sein. Aber denke trotzdem intensiv darüber nach. Vielleicht bekommst du jährlich Dividenden oder Zinsen aus Wertpapieren? Oder die CD deiner Band verkauft sich ganz gut und wirft immer wieder etwas Geld ab?

Fixkosten

Danach wirfst du einen Blick auf deinen Kontoauszug und erfasst alle Fixkosten, die regelmäßig (monatlich, quartal, jährlich) bezahlt werden müssen. Das können sein: Miete, Strom, Rundfunkbeitrag, Versicherungen, Auto- und sonstige Kredite, Monatskarte für die Öffentlichen, Abos, Mitgliedschaften, Sparpläne, und, und, und. Damit sollte schon der Großteil des Monatsgehalts verplant sein. Es gibt jedoch noch andere Kosten die wir beachten müssen.

Variable Kosten

Deine variablen Kosten sind nicht so einfach zu erfassen. Wenn du sie nicht kennst, musst du diese im ersten Schritt schätzen. Dir ist aber nicht damit geholfen, eine optimistische Schätzung abzugeben und zu wenig für Essen oder Benzin einzuplanen. Jetzt kannst du dich vielleicht noch belügen, die nächsten Monate werden aber die Wahrheit ans Licht bringen.

Also, was fällt in diese Kategorie? Beispielsweise Nahrungsmittel, Telefonkosten, Unterhaltung, Körperpflege, Haushaltswaren, Benzinkosten, Bücher, Kleidung, … Diese Liste ist lang. Sehr lang. Deshalb solltest du sie in Gruppen zusammenfügen. Diese Auflistung entspricht wohl auch grob der Gruppierung in meinem Haushaltsbuch.

Alle Ausgaben erfassen

Doch jetzt kommt die Schwierigkeit: diese Kosten sind meistens nirgendwo vermerkt. Wenn du per EC-Karte bezahlst erscheint zwar eine Abbuchung auf deinem Konto, aber welchen Betrag hast du in den einzelnen Kategorien ausgegeben? War der Einkauf nur für Lebensmittel? Oder war auch ein Deo oder Waschmittel dabei? Vielleicht auch noch eine neue Pfanne? Deshalb solltest du ab sofort jeden Einkauf erfassen. Auch den Bäcker. Auch die Zigaretten aus dem Automaten. Und auch den Kaugummi an der Tanke. Nimm einfach den Kassenzettel mit, dann musst du dir die Beträge nicht merken. Es gibt auch eine Menge Apps, welche diese Aufgabe erleichtern.

Das hört sich nervig an. Wozu soll das gut sein? Diese Aussagen höre ich öfter. Ja, es ist oftmals nervig. Aber nach ein paar Tagen machst du es automatisch. Und du wirst erstaunt sein über manche Summen. Hier ein kleines Beispiel: wer jeden Morgen auf dem Weg ins Büro einen Kaffee für 2,50 Euro kauft, hat am Monatsende eine Summe von 75 Euro ausgegeben. Nur für Kaffee. Wenn er dir diese Summe Wert ist, dann behalte diese Gewohnheit bei. Nur weißt du jetzt eine monatliche Summe hinter dem morgendlichen Kaffeekonsum.

Fazit

Nach einem Monat hast du einen Schnappschuss darüber, wie deine Ausgaben aussehen. Je länger diese Erfassung dauert, um so genauer wird dein Bild werden. Ich persönlich erfasse seit einem knappen Jahr so ziemlich jede Zahlung. Dadurch kann ich einen Durchschnitt bilden und eine grobe Planung für die nächsten Monate anstellen. Das erleichtert mir das Leben sehr, da ich sehe, wie viel am Monatsende in etwa übrig bleiben könnte. Wohlgemerkt: könnte! Dafür benötige ich jeden Tag nur etwa zwei Minuten, um meine Ausgaben aufzuschreiben. Ziemlich wenig Aufwand, oder?

Das Kaffeebeispiel oben zeigt, welche Summen sich addieren können. Deshalb ein Tipp: unterteile die Kategorie „Lebensmittel“ in mindestens zwei Teile: „Einkäufe“ und „Essen gehen“. Mich hat es vom Stuhl gerissen, als ich meine Restaurantkosten gesehen habe. Zwar habe ich meistens auf Mittagsangebote zurückgegriffen, aber jeden Arbeitstag 8 bis 10 Euro ausgeben, da läppert sich ganz schön was zusammen.

Das Ziel der Übung

Als erstes solltest du dir vor Augen führen, welche Summen pro Monat von deinen Einnahmen abfließen. Danach kannst du beginnen diese Ausgaben zu optimieren. Wie, das erkläre ich dir hier.

Das oberste Ziel sollte jedoch sein, den Abstand zwischen Einnahmen und Ausgaben zu erhöhen. Nur wenn es hier eine positive Differenz (Einnahmen minus Ausgaben) gibt und diese im besten Fall noch vergrößert wird, erreichst du deine finanziellen Ziele schneller.

Führst du schon ein Haushaltsbuch? Oder hast du Anmerkungen, wie man die Erfassung verbessern könnte? Lass uns in den Kommentaren darüber reden.

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